KGK gegen Gewalt


Aufgrund unterschiedlichster Ereignisse in Friesdorf und Umgebung, hatten die Kinder das Bedürfnis hierüber zu reden. So ist z. B. ein Jugendlicher schwer verletzt worden (lag mehrere Wochen im Koma) als er im Alkoholrausch einfach vor ein Auto lief, um auf der anderen Straßenseite Freunde zu begrüßen. Auch nahm die Zahl der tätlichen Übergriffe in der Umgebung der Kinder zu. Zudem wurde in den Medien oft über mangelnde Zivilcourage berichtet. Dies alles nahmen die Kinder zum Anlass mit uns darüber zu sprechen. Schnell kam die Idee, dass man gemeinsam etwas dagegen tun muss. "Nur wie" war dann die Frage! Wie bringt man Kindern Zivilcourage bei ohne sie dabei in Gefahr zu bringen bzw. wie können sie Streit schlichten ohne zwischen die Fronten zu geraten? Wie verhalte ich mich in gefährlichen Situationen richtig? Wo hole ich Hilfe? An wen muss ich mich wenden? Bei diesen Fragen fällt es selbst Erwachsenen schwer immer die richtige Antwort zu finden. Also machte sich Antje-Hellen Nekhili auf die Suche nach professioneller Unterstützung zu diesem Thema. Dies erwies sich schwieriger als gedacht. Jede Stelle, die sie anlief war zwar begeistert von der Idee einen Workshop anzubieten, doch helfen konnte niemand so recht. Nach langer Suche fanden wir den richtigen Ansprechpartner: Uwe Trevisan von Safety Energetics, der Akademie für gewaltfreies Leben in Köln. Er war bereit ein eigens auf die Fragen und Bedürfnisse unserer Kinder abgestimmten Workshop zu erarbeiten und diesen an einem Wochenende in unserem Zeughaus durchzuführen. Dabei wurden die Kinder in verschieden Altersgruppen unterteilt. Die 5-11jährigen wurden von 10-12 Uhr gecoacht. Danach gab es eine gemeinsame Mittagspause und im Anschluss waren die 12-17jährigen bis 18 Uhr dran. Dieser Workshop wurde an 06. und 07. November 2010 durchgrführt. Das Konzept von Safety Energetics sah u. a. folgende Schwerpunkte vor (entnommen von www.safety-energetics.de):
  • alltägliche Gefahren erkennen, z.B. auf der Straße, mit Freunden, Bekannten und Erwachsenen
  • Hilfe holen
  • Umgang mit Gewalt und Aggression
  • Sensibilisierung für Belästigung und Übergriffe
  • Verhaltenstraining im Umgang mit fremden Personen (Erwachsene/Jugendliche)
  • Verhaltenstraining auf der Straße, im Bus oder in der Bahn
  • Kommunikation und Körpersprache
  • Grenzen setzen und eigene Grenzen erkennen
  • Positive Konfliktlösung
  • Selbstbewusstsein stärken

Wir denken, dass in diesem Workshop den Kindern alle Fragen beantwortet wurden und dass sie nun selbstbewusster und verantwortungsvoller sind. Wir sich gezeigt hat war dieses Wochenende ein großer Erfolg. Denn schon im Vorfeld waren die Kinder hellauf begeistert und freuen sich auf den Workshop. Und so gehen wir jetzt in die Planung für weitere Veranstaltungen in dieser Richtung. Vorstellen können wir uns Themen wie z. B. Erste Hilfe, Alkoholprävention, Selbstverteidigung etc. Wir hoffen natürlich auch mit diesen Aktionen ein friedvolleres Miteinander und mehr Aufmerksamkeit für Hilfebedürftige zu schaffen. Im Namen der Eltern und Kinder danken wir dem Verein, dass er diesen Workshop ermöglichte und uns in unserem Vorhaben tatkräftig unterstützte. Ebenso danken wir allen Sponsoren!